Der Ausdruck Kerl*in hat sich in den letzten Jahren als geschlechterinklusive Ausdruck etabliert, der sowohl die männliche Form „Kerl“ als auch eine geschlechtsneutrale Anrede umfasst. Besonders unter Jugendlichen hat sich Kerl*in als freundliche Bezeichnung und Synonym für einen Freund oder Kumpel verbreitet. Der Sprachgebrauch bei jungen Menschen hat sich zunehmend gewandelt, um Inklusivität zu fördern und das Bewusstsein für geschlechtergerechte Sprache zu erhöhen. Kerl*in wurde als das Jugendwort des Jahres 2023 von Langenscheidt ausgezeichnet, was die wachsende Akzeptanz solcher Begriffe und die Notwendigkeit unterstreicht, mit der Zeit zu gehen. Trotz der positiven Reaktionen gibt es jedoch auch Verwirrung über den neuen Begriff, da manche Traditionsbewusste an den herkömmlichen, maskulinen Formen festhalten. Der Gebrauch von Kerl*in spiegelt den Wandel der deutschen Sprache wider und zeigt, wie sich Sprache an gesellschaftliche Veränderungen anpasst.
Kerl*in als geschlechterinklusive Anrede
Kerl*in hat sich als eine geschlechterinklusive Anrede etabliert, die den Sprachwandel in der Gesellschaft widerspiegelt. Mit dem Genderstern wird deutlich, dass alle geschlechtlichen Identitäten angesprochen werden sollen. Diese Form der Anrede fördert ein bewusstes und respektvolles Miteinander, da sie auf die Vielfalt der Geschlechter eingeht und Diskriminierung vermeidet. Kerl*in stellt somit eine wertvolle Alternative zu herkömmlichen Anredeformen dar, die häufig nur binär denken und somit nicht alle Menschen in ihrer Identität anerkennen. Gerade im Kontext des Dekanats oder von Bildungseinrichtungen wird die Verwendung von geschlechterinklusiven Anreden immer wichtiger, um Chancengleichheit und Gleichberechtigung in der Kommunikation zu gewährleisten. Die Akzentuierung der geschlechtlichen Identität in der Sprache unterstützt eine Kultur der Offenheit und Toleranz. Kerl*in verdeutlicht, wie bedeutend es ist, die Sprachentwicklung aktiv mitzugestalten und sich den Veränderungen in der Gesellschaft anzupassen. Somit wird Kerl*in nicht nur zur Anrede, sondern auch zu einem Symbol des sozialen Wandels.
Verwendung im aktuellen Jugendwort-Trend
Im Jahr 2023 hat sich das Jugendwort ‚Kerl*in‘ als wichtiger Bestandteil der Jugendsprache etabliert. Es wird nicht nur als Anrede für Männer verwendet, sondern inkludiert auch Frauen und nicht-binäre Personen, was den aktuellen Trend zu geschlechterinklusiven Begriffen widerspiegelt. Die Verwendung von ‚Kerl*in‘ zeigt, wie Sprache sich an die Bedürfnisse einer vielfältigeren Gesellschaft anpassen kann. Letztlich möchten viele Jugendliche auf diese Weise Gleichstellung und Diversität zum Ausdruck bringen. Bei einer bundesweiten Abstimmung über die Top 3 Jugendwörter des Jahres 2024 stieg ‚Kerl*in‘ in der Beliebtheit und erhält zunehmend positive Konnotationen als Begriff, der Gemeinschaft und Zugehörigkeit betont. Die Herkunft des Begriffs spielt hierbei eine Rolle, denn er bringt alte Sprachmuster mit neuen, modernen Aspekten zusammen. In dem Kontext ist ‚Kerl*in‘ mehr als nur ein Wort: Es ist ein Zeichen für den Wandel und die Akzeptanz in der Jugendkultur.
Die Rolle von Sprache im Wandel der Zeit
Sprache wandelt sich ständig und reflektiert sowohl gesellschaftliche als auch kulturelle Entwicklungen. Die Einführung gendergerechter Begriffe wie Kerl*in, inspiriert durch die Forschungsarbeit von Renata Szczepaniak, zeigt einen aktiven Bedeutungswandel in der deutschen Sprache. Solche Veränderungen werden durch technologische Entwicklungen, wie die Verwendung virtueller Sprachassistenten, vorangetrieben. Diese Technologien erfordern ein Umdenken in der Sprachverarbeitung und beeinflussen die Art, wie Sprachlaute wahrgenommen und verwendet werden. Die Oral History trägt maßgeblich dazu bei, wie sich Begrifflichkeiten entwickeln und etablieren, da sie lebendige Zeugnisse der Sprache von Generation zu Generation festhält. Auch in der Sprachtherapie wird zunehmend Wert auf geschlechterinklusive Sprache gelegt, um den Bedürfnissen aller Menschen gerecht zu werden. Solche Entwicklungen sind nicht nur linguistische Neuerungen, sondern auch ein Spiegelbild der fortschreitenden Gleichstellung in unserer Gesellschaft. Der Wandel der Sprache ist somit nicht nur eine Frage der Grammatik, sondern ein zentrales Element in der Identitätsbildung und zwischenmenschlichen Kommunikation.
